20. Dezember 2017

Der Wert offener digitaler Standards für Mittelständler

2017-11-22_Wissensoffensive_2017©Birgit Andrich_016

Schwerpunktthema beim Kongress „Wissensoffensive 2017“ war der Einsatz von eStandards bei der Digitalisierung in Südwestfalen. In Kooperation mit dem neu gegründeten Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards bot die Veranstaltung des wisnet e. V. Unternehmern, IT-Spezialisten und Wissenschaftlern eine Plattform, dieses zukunftsweisende Thema ausführlich zu diskutieren. Schirmherr der Veranstaltung war NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart.



eStandards sorgen für Dynamik bei der Digitalisierung

Dass die Vernetzung von Maschinen und Informationssystemen sowie ein schlanker Datenaustausch mit externen Partnern (z. B. Kunden, Lieferanten, Zertifizierungsstellen und Behörden) für mehr Produktivität und Effektivität sorgen kann, ist für die mittelständische Industrie nichts Neues. Die Nutzung neuer Technologien im Mittelstand scheitert jedoch häufig daran, dass keine Schnittstellen für die Vernetzung unterschiedlicher Systeme zur Verfügung stehen. Ohne die richtigen Standards ist jedoch kein Datenaustausch möglich. Von einzelnen Herstellern angebotene Lösungen mögen im Einzelfall zwar helfen, aber sie verursachen Aufwand, hohe Kosten und sorgen oft genug sogar für einen Verlust der Kontrolle über die eigenen Daten. Die größte Schwierigkeit für Mittelständler besteht also darin, sich verlässlichen Informationen für eine eigene, umfassende digitale Strategie zu beschaffen.

Mittelständische Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes für den Einsatz freier, offener und sicherer Standards, so genannter eStandards, zu sensibilisieren, war deshalb das erklärte Ziel der Organisatoren der Wissensoffensive. In der Diskussion mit Beratern, IT-Spezialisten und Wissenschaftlern sollten Führungskräften und IT-Verantwortlichen Möglichkeiten aufgezeigt und konkrete Handlungsfelder erarbeitet werden.

Der Hagener Oberbürgermeister Erik O. Schulz betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der engen Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Hochschulen und Unternehmen bei der Digitalisierung für den Wirtschaftsstandort Hagen.

Das Thema der Keynote-Speech von Jörg Heier, Digital Transformation Advisor bei Microsoft, war für viele Tagungsgäste eine echte Überraschung: Er erläuterte die aktuelle Microsoft-Strategie zum Einsatz von Open-Source-Schnittstellen. Auch ein global agierendes Unternehmen kann sich dem Einsatz offener Schnittstellen nicht verschließen, wenn es mit Flexibilität und Kundenorientierung seine Marktposition behaupten will.


Die acht wichtigsten Themen im World Cafè

Ein fokussierter Gedanken- und Meinungsaustausch gelingt am besten, wenn Tagungsteilnehmer aus klar umrissenen Themengebieten diejenigen auswählen können, die ihrem persönlichen Erfahrungshorizont oder Interessengebiet entsprechen.

Deshalb hatten die Macher der Wissensoffensive das Workshop-Konzept „World Cafè“ ausgewählt. In jeweils drei von acht angebotenen Arbeitsgruppen konnten die Tagungsteilnehmer unterschiedliche Detailaspekte der Digitalisierung in der Praxis diskutieren. So wurden Themen wie „Vernetzte Produktion“,  „Produktinformationssysteme“, „Individuelle ERP-Systeme“, „Nutzung von Big Data“ und „Nachhaltigkeit“ zielgerichtet besprochen. Die Arbeitsgruppen wurden von Spezialisten aus dem Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum eStandards moderiert.

Jörg Siegmann ist Leiter des Kompetenzzentrums eStandards in Hagen, das eng mit dem Verein wisnet zusammenarbeitet. Mit dem Verlauf der Wissensoffensive ist er sehr zufrieden: „Wenn man eine Möglichkeit schafft, sich praxisnah mit konkreten Themen zu beschäftigen, ist das für Unternehmer ganz offensichtlich ein Anreiz, sich einen halben Tag lang außerhalb des Tagesgeschäfts konzentriert damit auseinanderzusetzen. Ich freue mich sehr, dass so viele unserer Einladung gefolgt sind. Sowohl für die Unternehmer, als auch für unsere weitere Arbeit war das heute ein wichtiger Tag, denn die Gespräche helfen uns auch bei der Vorbereitung konkreter Förder- und Pilotprojekte in unserer Offenen Werkstatt, einem Testlabor in den Räumen der Hagener Fernuniversität.“

Mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards fördert das Bundeswirtschaftsministerium die Demonstration, Erprobung und Anpassung offener, frei zugänglicher Software und Standards. In offenen Werkstätten an den Standorten Köln, Leipzig und Hagen, in Transferveranstaltungen und mit umfangreichen Informationsmaterialien wird dazu vielfältige Unterstützung für Mittelstand und Handwerk angeboten.

Auf der Wissensoffensive wurden außerdem Fördermöglichkeiten für die Digitalisierung im Mittelstand vorgestellt: Von go-digital, über unternehmenswert:Mensch plus und die Potenzialberatung NRW, den Innovationsgutschein Digitalisierung, den InnoScheck bis hin zu den Finanzierungsprogrammen der KfW Bank – das Portfolio der Unterstützung des Staates für den Mittelstand hat deutlich zugenommen.




Über Mittelstand-Digital

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards gehört zu Mittelstand-Digital. Mittelstand-Digital informiert kleine und mittlere Unternehmen über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung. Regionale Kompetenzzentren helfen vor Ort dem kleinen Einzelhändler genauso wie dem größeren Produktionsbetrieb mit Expertenwissen, Demonstrationszentren, Netzwerken zum Erfahrungsaustausch und praktischen Beispielen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ermöglicht die kostenlose Nutzung aller Angebote von Mittelstand-Digital. Weitere Informationen zu Mittelstand-Digital unter www.mittelstand-digital.de.


Kontakt und Hintergrundinformationen zur Veranstaltung:

Weitere Impressionen und Hintergründe zur Veranstaltung finden Sie unter www.wissensoffensive.de

Kontakt: 
Bo Bäckström
Vorstand wisnet e.V.
info@wisnet.de
www.wisnet.de
www.elotsen.de

 

Mehr Informationen und Kontakte zum Kompetenzzentrum eStandards finden Sie unter www.kompetenzzentrum-estandards.digital

 

Fotos: Birgit Andrich / HAGENagentur