24. Juni 2016

Fachtagung Urbane Logistik: Ist die Stadt geliefert?

Auf der „Fachtagung Urbane Logistik“ diskutierten Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft über Logistikkonzepte für urbane Räume der Zukunft. Von links: Prof. Dr. Alex Vastag (Leiter Verkehrslogistik, Fraunhofer IML), Rainer Kiehl (Projektmanager City Logistik, UPS Deutschland), Timo Schamber (Head of Sales, Liefery), Birgit Heitzer (Leitung Logistik Konzern, REWE Zentralfinanz e.G.), Marten Bosselmann (Geschäftsführer, Bundesverband Paket und Expresslogistik BIEK e. V.), Kerstin Groß (Stellv. Leiterin Geschäftsbereich Industrie, Energie, Verkehr, Umwelt, IHK Mittleres Ruhrgebiet). Bildquelle: Fraunhofer IML

 

In urbanen Räumen findet die Logistik der Zukunft im Spannungsfeld zwischen E-Commerce und immer kleinteiligeren Warenmengen auf der einen und Klima- und Lärmschutz auf der anderen Seite statt. Im Rahmen einer Fachtagung unter dem Motto »Ist die Stadt geliefert? – Logistikkonzepte für urbane Räume« am 22. Juni 2016 diskutierten am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft, wie sich eine stadtverträgliche und gleichzeitig wirtschaftliche Logistik in Zukunft vereinen lassen.

 

Die zentrale Herausforderung der Logistik der Zukunft wird die sichere, sozial- und umweltverträgliche Versorgung der Bevölkerung mit individuellen Gütern und Dienstleistungen sein. Vor allem in urbanen Räumen spitzt sich die Verkehrssituation immer weiter zu, was ebenso neue Herausforderungen mit sich bringt wie Umwelt- und Klimaschutzziele. Darum diskutierten die Experten aus Forschung und Wirtschaft auf der »Fachtagung Urbane Logistik« über Anreize für einen sauberen und leisen städtischen Güterverkehr, Elektro-Fahrzeuge als Alternative für die Innenstadtbelieferung und technische Innovationen vor dem Hintergrund der Digitalisierung.

 

Dabei stellten die Teilnehmer fest, dass die Grundlage für zukünftige Logistikkonzepte längst geschaffen ist. »Neue technologische Lösungen wie Elektromobilität, Autonomes Fahren, 3D-Druck oder der Paketzustellroboter werden die urbane Logistik revolutionieren«, erklärt Prof. Dr. Alex Vastag, Leiter Verkehrslogistik am Fraunhofer IML. Doch wichtig für jedes Konzept sei es, die Bürger der Städte mitzunehmen. So betonte im Rahmen der Veranstaltung auch Rainer Kiehl, Projektmanager City Logistik bei UPS Deutschland, dass ein Logistikkonzept in der Stadt nicht erfolgreich sein könne, wenn man das Verständnis der Bürger nicht erreiche.

 

Um das zu erlangen, muss der Güterverkehr vor allem leise und umweltverträglich werden. Ein Konzept der Zukunft hierfür ist etwa die Belieferung von Supermärkten in der Nacht – mit leisen Elektro-Lkw. Ohne die Verlagerung in die Nacht werde man den Verkehr in den Städten auf Dauer nicht in den Griff bekommen, so die Experten. Die Grundlage für solche Nachtbelieferungen könne nur die Elektromobilität darstellen.

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