29. März 2018

Proprietäre Software standardisiert und sicher in die eigene IT-Landschaft einbinden

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Auf den Laien wirken Drehteile eher unspektakulär. Dass bei ihrer Herstellung mit spanabhebenden Präzisionsmaschinen modernste Technik zum Einsatz kommt, die hochkomplexe Dreh- und Frästeile auf Millimeter-Bruchteile genau umsetzt, sieht man ihnen nicht an. Die Sundwiger Drehtechnik GmbH im Sauerländischen Hemer fertigt solche Komponenten ganz überwiegend in Sonderanfertigungen, z. B. für die Sanitärindustrie.

Bedingt durch die Komplexität der Aufgaben ist auch der Aufwand für die technische und kaufmännische Kalkulation sehr hoch, ebenso der für die Planung der einzusetzenden Werkzeuge und Betriebsmittel. Außerdem: Aufträge von Stammkunden sind oft ähnlich – aber wie findet man schnell und sicher den Referenzauftrag, der vielleicht schon ein paar Jahre zurückliegt?

Diese Frage war der Anlass für die beiden Geschäftsführer, Andreas Paul und Dirk Graewe, nach digitaler Unterstützung zu suchen. Und tatsächlich fanden sie eine Software, die Konstruktionszeichnung erfassen und miteinander vergleichen kann. Problem gelöst? Leider noch nicht.

Neben der Verantwortung für die Maßhaltigkeit ihrer Produkte muss ein Unternehmen wie Sundwiger auch dafür sorgen, dass die Konstruktionsdaten seiner Kunden sicher sind. Diese Daten innerhalb der Software zu verwalten, würde jedoch ein gleich ein doppeltes Risiko bedeuten:

  • Der Softwarehersteller hätte u. U. Zugriff auf diese sensiblen Kundendaten;

  • im Falle eines Anbieterwechsels oder einer Insolvenz des Geschäftspartners wären die Daten für Sundwiger möglicherweise verloren.

Mit Unterstützung des Kompetenzzentrums eStandards wird an einer Lösung für dieses Problem gearbeitet. Das Konzept sieht vor, dass alle internen Daten in eine eigene SQL-Referenzdatenbank auf einem eigenen Server gesichert werden. Ein Lock-in-Effekt ist damit ausgeschlossen.

Softwareanschaffung und Systemintegration sind für die kommenden Wochen geplant. Ein solcherart geschlossenes System bietet außerdem den Vorteil, dass die Mitarbeiter in der technischen, der Werkzeug- und der kaufmännischen Kalkulation Zugriff auf alle Informationen haben, die für Auftragsplanung, -abwicklung und –abrechnung relevant sind.

Bereits jetzt denkt man bei Sundwiger darüber nach, das System zu gegebener Zeit zu erweitern, z. B. für eine direkte Angebotserstellung oder für den Aufbau eines CRM-Systems.


Kontakt

Ulrich Hardt,
Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards,
Projektbüro Hagen,
02331-80 99 60


Fotos: © Hans-Peter Dittrich