2. August 2018

Vielfältige Praxisbeispiele beim Unternehmer-Talk in der Offenen Werkstatt Hagen

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Bei der Eröffnung der Offenen Werkstatt Hagen auf dem Campus der FernUniversität am 10. Juli wurde deutlich, dass die Vernetzung von ERP-Systemen mit verschiedensten Produktions- und Unternehmensbereichen ein Thema ist, das vielen Mittelständlern unter den Nägeln brennt. Deshalb hatte das Team des Kompetenzzentrums kurzfristig eine Möglichkeit geschaffen, das Thema zu vertiefen: Beim zwanglosen „Themen-Talk“ berichteten zwei IT-Verantwortliche aus der Praxis.

Maria Aragon ist Mitarbeiterin des Software- und Consultingunternehmens Transfact aus Dortmund. Sie berichtete über die Einbindung eines browserbasierten, offenen ERP-Systems bei vier unterschiedlichen Aufgabenstellungen:

  • Lagerorganisation und Kommissionierung bei einem Maschinenbauer
  • Erfassung und Auswertung elektrischer und optischer Messergebnisse bei einem Halbleiterhersteller
  • Automatisierter Druck von Einzelverpackungsaufklebern in einer Behindertenwerkstatt
  • Übernahme komplexer CAD-Daten in das ERP-System eines Mess- und Prüfgeräteherstellers

Alle vorgestellten Projekte sind durchaus keine „Selbstläufer“ oder  Lösungen „von der Stange“, sondern mit Aufwand verbunden – der sich aber durch Produktivitätszuwachs, Effizienzsteigerung, Zeitgewinn, Fehlerreduzierung und mehr Transparenz bezahlt macht.

Svend Babilon, Supply Chain Manager bei der Otto Kind GmbH in Gummersbach, einem Hersteller von Betriebs- und Ladeneinrichtungen, stellte das Advanced Planning and Scheduling System (APS) des ERP-Anbieters proALPHA vor, das bei Otto Kind bereits seit Jahren im Einsatz ist. Auf der Basis von Daten aus dem ERP-System „simuliert“ das System die Produktion des gesamten Unternehmens mit 20.000 unterschiedlichen Arbeitsschritten für die Herstellung von 147.000 Artikeln im Ein-, Zwei- und Dreischichtbetrieb für Serien- und Einzelfertigung. Das APS findet so den optimalen Produktionsablauf, sorgt für Transparenz und höchste Termintreue. Voraussetzung dafür ist, dass Stammdaten, Prozessschritte und –beziehungen im ERP-System sauber gepflegt sind. Die Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Otto Kind charakterisiert Babilon als gelungen; als entscheidende Erfolgsfaktoren dafür benennt er Wissen, Kommunikation und Qualifizierung.

Aktuell arbeitet man bei Otto Kind mit Daten zur direkten Maschinensteuerung, um z. B. die Materialausnutzung zu optimieren. Dies erfordert z. Zt. jedoch den Einsatz einer „Integration Workbench“, einer Konvertierungsschnittstelle. Dazu Dr. Erich Behrendt vom Kompetenzzentrum eStandards in der anschließenden Diskussion: „Alternativen wie Open-Source-Lösungen oder auch die OPC UA sind durchaus vorhanden. Ich gehe davon aus, dass gerade im Maschinenbau sehr bald Grundstandards kommen werden“.


Die Gesprächsrunde war Teil der Veranstaltungsreihe: „Themen-Talk für Unternehmer“, mit der das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards in Kooperation mit Partnern in loser Folge ktuelle Praxisthemen aus dem Unternehmen aufgreift und vertieft. Zielgruppe sind Entscheider, die in ihren Betrieben erste Schritte zu einer Digitalisierungsstrategie eingeleitet haben. Sie berichten von ihren Erfahrungen und stehen für einen zwanglosen Gedankenaustausch und Diskussionen zur Verfügung.


Quelle und Kontakt

Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards
Projektbüro Hagen
c/o HAGENagentur | Wirtschaftsförderung
Lisa-Marie Metz (Organisation)
T: 02331 – 80 99 60

www.kompetenzzentrum-estandards.digital

Fotos: © Dr. Erich Behrendt, Ulrich Hardt