17. Dezember 2014

Von Informationsmanagement bis hin zu Google Glasses: Gut besuchter Expertenwissen Workshop bei Dörken

Wie kann Industrie 4.0 in den Unternehmen gelebt werden? Was ist überhaupt möglich? Mit diesen Fragen setzen sich viele Firmen und Forschungseinrichtungen frühzeitig auseinander. Bei dem Expertenwissen Workshop „Wissensmanagement und der Mensch in der Produktion 4.0“ des eBusiness-Lotsen Südwestfalen Hagen in Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetzwerk für Oberflächen e.V. wurde darüber diskutiert, welche Rolle der Faktor Mensch in der Industrie 4.0 spielt.

IMG_5324Geschäftsführer Karl E. Dörken, Gastgeber des Abends, stellte nach einer kurzen Begrüßung der 130 anwesenden Unternehmensvertretern die Ewald Dörken AG vor und machte deutlich, wie wichtig in einer Gemeinschaft leistungsorientierter Menschen ein fairer Umgang miteinander ist. Dem Thema „Prozessbezogene Dokumentation und Visualisierung als Grundlage effektiven Wissensmanagements in der Produktion“ widmete sich anschließend Martin Altebäumer, Geschäftsführer von AKD Software & Consulting. „Wissen basiert auf der Interpretation von Informationen, die relevant, valide und schnell zur Verfügung stehen – auch in der Industrie 4.0“, so Altebäumer. Ziel sei es, eine intelligente Produktion aufzubauen und die Informationen im Unternehmen fließen zu lassen. Aktuell sei der „richtige Zeitpunkt für die Industrie 4.0, um am internationalen Markt wettbewerbsfähig zu sein“.

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Altebäumer nannte das Beispiel „QS-Prozesse verbessern und beschleunigen“. „Durch Datenbrillen gelingt es, die Kommunikation zwischen Prüfern und den Entwicklungsingenieuren zu verbessern. Eine Datenbrille zeigt z.B. die Prüfplanung im Display an, kann Vorgänge aufzeichnen und abspeichern. Mit diesen modernen technischen Mitteln können die Mitarbeiter im Prozess sinnvoll unterstützt und vernetzt werden. Das bedeutet einen nachhaltigen Erfolg für Unternehmer und Unternehmen.“ Der Einsatz einer Datenbrille wie beispielsweise Google Glass könnte bei den Mitarbeitern das Gefühl einer Überwachung auslösen. „Eine Datenbrille könnte Ängste bei den Mitarbeitern schüren, dass sie z.B. ihren Arbeitsplatz verlieren oder durch die Brille überwacht werden. Daher sollten wir in den Unternehmen offener mit dem Thema umgehen und den Mitarbeitern die Angst nehmen.”

Auf den Einsatz von Datenbrillen in Unternehmen kam auch Moderator Dr. Erich Behrendt vom eBusiness-Lotsen Südwestfalen-Hagen und wisnet-Vorstand zu sprechen. „Man sollte sich eine Datenbrille wie einen vollwertigen Computer vorstellen, der am Kopf hängt. Der große Vorteil: Man hat bei der Arbeit beide Hände frei im Vergleich zu einem Tablet.“

IMG_5300Dr. Lidmila Fusková von Q-DAS Tschechien und wisnet-Partner machte unter dem Motto „Big Data, Data Mining, Internet der Dinge, Industrie 4.0“ deutlich, wie der Mensch zum schwächsten aber auch zum stärksten Faktor von Industrie 4.0 wird. Eindrucksvoll präsentierte Fusková den Umfang der täglich produzierten Daten. „Es ist sehr preiswert, eine Datenerfassung zu starten. Es kostet jedoch viel mehr, die Daten zu analysieren und einen richtigen Nutzen daraus zu ziehen, da die Datenqualität auch oft sehr schlecht ist. Überall entstehen sehr viele Informationen. Die Frage ist, wie tragen wir all diese Erkenntnisse zusammen?“. Eine Datenaufbereitung würde nur sehr selten verwirklicht. Hier könnten IT-Fachleute und Hardware helfen. „Ich glaube nicht, dass man Erkenntnisse aus den Daten automatisch ziehen kann. Hierfür ist immer noch der Mensch zuständig“, resümierte Fusková.

IMG_5330Anschließend konnten die Teilnehmer die Google Glass Brille in einer mit Plakaten simulierten Bäckerei selbst ausprobieren. Die drei Arbeitsfolgen mixen, backen und konfektionieren wurden simuliert. Die Teilnehmer zeigten sich begeistert von der handlichen Brille. „In der Brille wurde passend zu dem Vorgang eine Statistik eingeblendet. Die Arbeitsabläufe kann ich mir gut vorstellen, die Zusatzinformationen sind sehr hilfreich“, so Ute Wellmann von der BZV Media GmbH.

Christian Großekathöfer von der Bernecker Rohrbefestigungstechnik GmbH hatte sich die Brille eher wie ein Head-up-Display vorgestellt. „Die eingeblendeten Informationsdiagramme waren gut zu lesen, haben jedoch ein wenig gestört. Ich könnte mir vorstellen, dass die Arbeitsbelastung mit der Brille größer wird und man sich mehr konzentrieren muss. Die Sprachsteuerung hat mir sehr gut gefallen.“

IMG_5263Geschäftsführer Dörken könnte sich einen Einsatz der Datenbrille gut bei der Anlernphase neuer Mitarbeiter vorstellen. „Durch die Brille könnte die Anlernphase deutlich verkürzt werden. Mitarbeiter eines bestimmten Arbeitsplatzes könnten zudem flexibler eingesetzt werden, da sie sich viel schneller in ein Thema einarbeiten könnten.“ Die neue Technologie würde sich auch für Mitarbeiter im Ausland eignen, die einen neuen Standort aufbauen. „Wir wären dann in der Lage, auf Wunsch Schulungen mit der Brille anzubieten und die Unternehmen schneller wettbewerbsfähig zu machen“, so Dörken.

IMG_5310Über die positive Resonanz zur Veranstaltung freute sich Achim Gilfert, Geschäftsführer des Hattinger Vereins Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V. und Partner beim eBusiness-Lotsen Südwestfalen-Hagen: „Wir  haben die Veranstaltung mit ausgerichtet, da es für unsere Mitglieder enorm wichtig ist, dass wir über das neueste Wissen verfügen um Wettbewerbsvorsprünge zu erlangen.”

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Der Expertenworkshop wurde vom wisnet e.V. und dem eBusiness-Lotsen Südwestfalen-Hagen in Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetzwerk für Oberflächentechnik e.V., den Wirtschaftsförderungen Hagen und Ennepe-Ruhr veranstaltet. Gastgeber war die Ewald Dörken AG. Der eBusiness-Lotse ist regionale Anlaufstelle im Rahmen der bundesweiten Förderinitiative „eKompetenz-Netzwerk für Unternehmen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Das bundesweite Netz besteht aus 38 Lotsen.

Bilder: Andreas Langmann, agentur mark GmbH

 Die Vorträge zum Download: